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Bach? Vivaldi? Händel? – Gastbeitrag von Chorsänger Theo Känzig

Eigentlich egal! Jedes dieser Musikstücke, das von diesen und anderen grossen Komponisten aus der Barockzeit geschrieben wurde, sind ein grosses Wunder. Und diese Wunder werden von Franz Schaffner in seinem Bach-Ensemble Luzern, zusammen mit Chor, Orchester sowie namhaften Solisten den Zuhörern in der Franziskanerkirche oder dem KKL nahe gebracht.

Dieser Chor ist für mich aber ebenfalls ein kleines Wunder. Maximal 4 bis 5 Proben von 1 ½ Stunden müssen genügen (damit Hausaufgaben inklusive), unbekümmert um die Länge und Schwierigkeit des Werkes. Und genau dies fasziniert mich. Denn nach Jahrzehntelangem Singen in grossen Chören als Chorsänger und gelegentlichen solistischen Auftritten kann man ohne diese Musik kaum mehr leben!

So bewarb ich mich im Bach-Ensemble Luzern. Rund 50 Sängerinnen und Sänger bestreiten diese Konzerte, wobei Franz streng darauf achtet, dass alle Stimmen zahlenmässig gleich stark sind. Man spürt dabei in den Proben bei den Teilnehmern eine grosse Begeisterung, aber auch verantwortungsbewusstes Singen.

Unser Dirigent Franz Schaffner ist kein Mann der grossen Worte, dafür der Taten. Einmal gesagt, und der Chor kapiert’s. An der ersten Probe prüft er, ob die Hausaufgaben gemacht wurden, an den übrigen wird gefeilt und der Chor macht sich mit seiner Interpretation vertraut.

Ich bemerkte bald, dass man hier wie in eine Familie integriert wird, und dies führt dazu, dass man sich wohl fühlen kann, aber auch Stolz sein darf, dazu zu gehören. Zwar wohne ich am Zürichsee, die Reise nach Luzern lohnt sich aber jederzeit.

Nun steht das Weihnachtskonzert vor der Tür mit Werken von J.S.Bach und Vivaldi, und die Probe mit dem Orchester war für uns wiederum fast ein „Hit“. Im Konzert kommen noch 2 Violinkonzerte dazu, interpretiert vom Luzerner Daniel Dodds, welche der Chor ebenso geniessen darf wie die Konzertbesucher.

Für mich aber besteht der Wunsch, noch lange in diesem wunderbaren Ensemble mitwirken zu dürfen. Und ich hoffe, diese Musik gehe allen Konzertbesuchern ebenso zu Herzen wie uns Chorsängern.

Theo Känzig