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Johann Sebastian Bach – Carl Stamitz – Johann Christian Bach

Nachdem „Grosses von Bach“, das Jahresthema 2017, verklungen ist, bleiben davon viele wunderbare Erinnerungen.

Nun schreitet die Zeit weiter, und wir mit ihr. Auch dieses Jahr ist prachtvolle Musik auf dem Plan. Gerne erinnere ich an das Requiem und Miserere von Johann Christian Bach, beides Werke, die wir 2013 quasi neu aufgeführt haben. Das Kloster Einsiedeln mit Pater Lukas Helg hat uns die Handschriften zur Verfügung gestellt, und wir liessen diese dann aufführungspraktisch herstellen. Nicht allein diese Investition, sondern die Musik selbst ist es wert, diese nach fünf Jahren wieder aus dem Archiv zu holen. Zu schade, diese liebenswürdigen Werke im Keller zu lagern.

Diesmal verteilen wir die Werke auf mehrere Konzerte und ergänzen noch durch weitere kürzere Kompositionen des jüngsten Bach-Sohnes.

Wie die letzten Jahre fahre wir jeweils auf drei Schienen gleichzeitig: Wir haben Chorwerke von Bach-Söhnen auf dem Programm. Und wir musizieren mit dem „Jahressolisten“ Jürg Eichenberger aus dem Riesenfundus von Cellokonzerten einige Perlen aus der Früh- und Hochklassik. Und es gibt immer auch eine Bach-Kantate in den Programmen, von denen die meisten Neueinstudierungen sind. So auch die zur Fastenzeit passende Kantate „Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe“. Ihr Inhalt ist barock-typisch: Das menschliche Dasein wird mit einem Hospital verglichen. dessen Erlösung nur der Arzt Jesus bewirken kann. Kunstvolle, meditative und in der Besetzung einzigartige (z. B. drei Flöten) Musik begegnet uns hier.

Daran schliesst tröstliche Musik an mit dem Cellokonzert A-Dur von Carl Stamitz: liebliche Unbeschwertheit, gepaart mit lustvoller Virtuosität kommt einlullend daher. Nicht minder das anschliessende Requiem, dessen Sprache nichts hält von Bedrohlichkeit, sondern die Musik spricht meist in eher sanften Tönen und wirkt gewinnend. Aber nicht ohne Üppigkeit im Klang durch die doppelchörige Anlage.

Franz Schaffner