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Johann Sebastian Bach – Carl Philipp Emanuel Bach – Johann Christian Bach

Es ist wieder Juni-Konzert: wir freuen uns auf die jungen Solistinnen und Solisten der HSLU – Musik! Junge talentierte Stimmen stellen sich vor und sind herzlich willkommen bei uns.

Nach dem fulminanten Start im März mit dem A-Dur Cellokonzert von Carl Stamitz und Jürg Eichenberger als Solisten geht die Reihe weiter mit dem Konzert für Violoncello und Streichern von Carl Philipp Emanuel Bach. Auf die zupackende Deutung durch Jürg Eichenberger ist jetzt schon Vorfreude angesagt. Das Werk ist insofern eine Rarität, dass es dieses auch noch in zwei weiteren Fassungen gibt, nämlich eine für Flöte und eine für Cembalo. Recycling in Reinkultur.

Die Kantate BWV 131 «Aus der Tiefen rufe ich», ist eine der frühesten des 22-jährigen Johann Sebastian Bach. Eigentlich besteht das Werk aus einem einzigen Satz, der dauert allerdings 25 Minuten. Verschiedene Formen sind unbekümmert aneinandergereiht. Es gibt keine Rezitative, und ariose Abschnitte werden immer mit einer Choralmelodie begleitet.

Ebenfalls 22-jährig war der jüngste Bach-Sohn Johann Christian, als er in Mailand die Vertonung des 51. Psalms (Miserere) veröffentlichte. Zusammen mit dem Requiem – im letzten Konzert bei uns erklungen – brachten dem jungen Komponisten nicht nur Publikumserfolge, sondern auch Opernaufträge ein. Die Ernsthaftigkeit des Psalmtextes liesse entsprechende Musik erwarten. Nichts davon: wie im Requiem versprüht diese 9-sätzige Musik aufbauende, zuversichtliche Stimmung. Die geistlichen Werke dieser Zeit um 1757 begeisterte das Mailänder Publikum, und hoffentlich auch jedes in der Franziskanerkirche am 10. Juni.

Franz Schaffner