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September-Konzert: Johann Christian Bach – Johann Sebastian Bach – Joseph Haydn

Nach dem Requiem und dem Miserere, die im März und Juni erklangen, folgen nun noch zwei Einzelsätze mit «Kyrie» und «Credo breve», beides ebensolche Perlen geistlicher Musik des jüngsten Bach-Sohnes, allesamt in Mailand zwischen 1754 und 1762 entstanden.

Alles Notenmaterial aus dieser Mailänder Zeit stammt aus dem Kloster Einsiedeln. Zwischen Mailand und Einsiedeln herrschte im 18. Jahrhundert ein reger kultureller Austausch. Zwischen diesen Orten liegt Bellinzona, damals ebenfalls mit einem Benediktinerkloster, welches unter Einsiedelns Obhut stand. Nach dessen Auflösung gelangten viele Güter nach Einsiedeln, so auch die meisten Musikalien. Damit verdanken wir dem Kloster Einsiedeln das Material, aus dem wir diese wertvolle Musik spielen und singen dürfen.

Und natürlich geht die musikalische Reise weiter mit einer Bach-Kantate. Es ist «Wer da gläubet und getauft wird» zu Himmelfahrt. Trotz Festtag ist die knappe Besetzung hier auffallend, dies aber ohne an Farbenvielfalt einzubüssen. Das Werk erlangte schnell grosse Beliebtheit und Verbreitung – es ist halt einfach eine schöne und frohe Kantate.

Nach den ersten beiden Cellokonzerten von Stamitz und Carl Philipp Emanuel Bach geht es zu den beiden Konzerten von Joseph Haydn, jetzt jenes in D-Dur, dann im KKL das «grosse» in C-Dur. Die Freude, mit unserem Solisten Jürg Eichenberger diese Werke zu musizieren, beflügelt alle Beteiligten. Hier ist Energie pur !

Franz Schaffner