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Vom Wunder Musik zu teilen

Gastbeitrag der Bratschistin Tiina Huttunen:

Während dem Studium am damaligen Konservatorium Luzern durfte ich das erste Mal im Bach Ensemble musizieren. Seither gab es ab und zu wieder Gelegenheit einzuspringen bis ich nun seit zwei Jahren regelmässig mitspiele.

Bevor ich mich ans Schreiben für diesen Blog setzte, schaute ich in den bisherigen Beiträgen rein und begann zu lesen. „So schön geschrieben – ach ja, so empfinde ich es auch – das stimmt genau…“, dachte ich. Was kann man dazu noch sagen? Dann wurde mir klar: Ich fühle mich in diesem Ensemble sehr wohl!

Wenn ich jeweils für die nächsten Konzerte zu üben beginne und das erste Mal die Noten aufmache, sieht die Bratschenstimme manchmal eintönig aus. Endlose Achtelbewegungen, viel gleiche Noten… Dann kommen die Streicher zusammen, Bläser dazu, der Chor, Solisten und Solistinnen. Die Puzzleteile fügen sich ein und alles bekommt einen Sinn. Dort wo die Teile sich nicht finden wollen, hilft Franz uns mit seiner feinfühligen Art, Musikalität und geschickt ausgewählten Worte sie zusammen zu setzten.

Am schönsten ist es, wenn es mir gelingt voll in die Musik einzutauchen, mitzuschwingen und zu atmen. Dann vergesse ich die einzelnen Achtelnoten und gehöre zum Ganzen. Besonderes die Musik Bachs gibt mir das Gefühl vom getragen werden.

Letztendlich im Konzert bringt das Publikum auch noch seinen Teil dazu und die Stimmung füllt die Herzen, wenn man es zulässt. Wunderbar ist, wie das gleiche Musikstück von allen Zuhörern geteilt werden kann, egal ob zwei Menschen zuhören oder das ganze KKL. Wenn das auch so mit einem Stück Schokoladenkuchen wäre?

Ich merke, dass die Weihnachtsstimmung zu funkeln beginnt und freue mich riesig auf das letzte Konzert in diesem Jahr mit dem Bach Ensemble.

Tiina Huttunen